Baubiologie

 

Das Bedürfnis nach einem gesunden und natürlichen Umfeld des Menschen stellt die Grundlage für die wissenschaftliche Auseinandersetzung der Wechselwirkungen von Gebäuden und Menschen. So etablierte sich seit den 1970er Jahren der Begriff Baubiologie als ein Sammelbegriff. Sie ist dazu als die Lehre von den ganzheitlichen Beziehungen zwischen den Bewohnern und ihrer gebauten Umwelt definiert. Baubiologie wird heute in der Praxis weitgehend als Bezeichnung für die umweltfreundliche und schadstofffreie Ausführung von Gebäuden verstanden.

Im Zentrum steht dabei das Wohlbefinden des Menschen in physiologischer (körperlicher) und psychologischer Hinsicht. Hier wirken u.a. die Behaglichkeit (thermische und visuelle Behaglichkeit, akustischer Komfort etc.), Größe und Gestaltung der Räume, die Wohn- und Farbpsychologie sowie die Lichtgestaltung. Die Baubiologie verfügt daher über vielfältige Schnittstellen zu anderen Disziplinen, z.B. in den Bereichen der Reaktion auf Schadstoffe in die Toxikologie oder im Bereich der Wahrnehmung in die Sensorik und darüber auch in die Psychologie.

Das Ziel soll im Rahmen baubiologischer Untersuchungen durch die ganzheitliche Betrachtung ermittelt werden, so dass keine eindimensionale Optimierung erfolgt. Es geht also um die physiologischen, psychologischen, architektonischen und physikalisch-technischen Zusammenhänge zwischen Bauwerk und Nutzer. Je stärker die Nutzung in der Privatsphäre der Nutzer eingreift, desto wirksamer kann eine Auseinandersetzung mit der Baubiologie sein. Insofern werden besonders Wohngebäude aber auch sensible Gebäude wie Krankenhäuser, Schulen und Kindertagesstätten oder Gebäude mit langen Aufenthaltszeiten der Nutzer wie Büros untersucht.

Analysiert werden in der Baubiologie Wechselwirkungen, die den Nutzer beeinträchtigen können. Dabei stehen vor allen Dingen Schadstoffe, die Emittenten kritisch zu betrachtender Effekte und potenzieller Wirkungen im Vordergrund. Je nach Emittent kann sich dieser im Gebäude (z.B. ein verbautes Bauprodukt) oder auch außerhalb des Gebäudes (z.B. elektro-magnetische Strahlung durch Strommasten) befinden.

 

Baubiologie und Bauökologie und ihre Methoden

Baubiologie und Bauökologie und ihre Methoden


Die Aspekte der Baubiologie können in verschiedene Gruppen zusammengefasst werden:

Teilweise werden auch grenzwissenschaftliche Phänomene wie Einflüsse z.B. von Erdstrahlen, Wasseradern auf das Wohlbefinden von Menschen, Geomantie, Feng-Shui zur Baubiologie gezählt. Grundsätzlich ist jedoch zentraler Bestandteil der Baubiologie die Nutzung von reproduzierbaren Untersuchungsmethoden, die in eine sachliche Schadstoffberatung überführt werden.