DETAIL greenbooks - Nachhaltig konstruieren

Vom Tragwerksentwurf bis zur Materialwahl – Gebäude ökologisch bilanzieren und optimieren

Nichts im Bauwesen ist älter als die Auseinandersetzung mit Materialien. Und die Entwicklung von Baustoffen hat sich immer weiter beschleunigt - vermutlich wurden in den letzten 20 Jahren mehr neue Produkte entwickelt wurden als in der gesamten Geschichte der Materialkunde zuvor.

Die steigende energetische Anforderungen und damit die gleichzeitig sinkende Bedeutung der Nutzungsphase von Gebäuden, die beschleunigte technische Entwicklung und auch die immer stärkere Regulierung von Produkten deutet darauf hin, dass die ökologische und baubiologische Bewertung von Baustoffen in Zukunft mehr und mehr an Bedeutung gewinnen wird.

Auch viele Planer und Bauherren sind inzwischen bereit, sich den neuen Themen und Anforderungen im Bereich der Baustoffe zu stellen. Oft fehlt es ihnen jedoch noch an dem entsprechenden Hintergrundwissen. Häufig zeigt sich in der Praxis, dass viele Planer das Themenfeld als unüberschaubar wahrnehmen und sich daher vor allem einfache Aussagen und Hilfestellungen wünschen. Dass dieser Wunsch aufgrund der Komplexität der Materie und der zahlreichen Bewertungskriterien und -methoden meist nicht zu erfüllen ist, zeigt bereits eine oberflächliche Auseinandersetzung mit dem Thema.

Auch deshalb haben wir die Anfrage für eine Publikation zum Thema "Nachhaltig konstruieren. Vom Tragwerksentwurf bis zur Materialwahl – Gebäude ökologisch bilanzieren und optimieren" in der Reihe DETAIL Green Books mit Freude aufgenommen. Im Team aus wissenschaftlich arbeitenden Ökobilanzieren (Dr. Viola John, ETH Zürich), beratend tätigen Nachhaltigkeitsplanern (Dipl.-Ing. Martin Zeumer, ee concept) und planenden Architekten (Dipl.-Ing. Sebastian El khouli, Bob Gysin + Partner BGP, Zürich) haben wir uns in den letzten zwei Jahren dem Thema gestellt.

Herausgekommen ist dabei ein Buch, dass sich dem Thema aus vielerlei Sicht nähert: Es stellt das Vorgehen bei der Ökobilanzierung und der Schadstoffbewertung vor. Es versucht dem Material- und den Gebäudelebenszyklus unter dem Blickwinkel der ökologischen Optimierung nachzugehen um die wichtigsten Stellschrauben zu ermitteln. Und es verknüpft planerische Tätigkeiten in den Leistungsphasen mit diesen Themen und zeigt anhand von wichtigen Bauteilen, wie im einzelnen eine Optimierung erfolgen kann. Wenige, dafür aber besonders dokumentierte Projekte, runden das Bild ab. "Nachhaltig Konstruieren" versteht sich vor allem als Anleitung zum Weiterdenken und Selbstentwickeln - wir hoffen, dies mit dem Buch entsprechend auch einlösen zu können.

Mehr als vor Beginn des Buches sind wir mittlerweile davon überzeugt, dass ökologische Optimierung von Baukonstruktionen stets kontextabhängig ist. Je nachdem, welche Anforderungen an ein Gebäude und seine Bauteile gestellt werden, können ganz unterschiedliche Lösungen die "Richtigen" sein. Denn das nachhaltige Konstruieren von Gebäuden ist kein abgeschlossener Wissensbereich, sondern in ständiger, dynamischer Entwicklung begriffen. Und je mehr Planer und Architekten ihre eigenen Erfahrungen dazu beisteuern, desto mehr wird das Bauwesen als Ganzes profitieren.

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(News vom 12.06.2014)

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