Effizienzhaus Plus des Bundes

Berlin
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Das Projekt entstand durch den im Rahmen der Forschungsinitiative Zukunft Bau ausgelobten Wettbewerb „Plusenergiehaus mit Elektromobilität“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Wettbewerbsaufgabe war, ein attraktives Wohngebäude für einen 4-Personen-Haushalt zu planen. Über einen jährlichen Energieüberschuss sollte der Stand der Entwicklung in der Vernetzung von Elektro-Mobilität mit energieeffizientem, nachhaltigem Bauen und Wohnen demonstriert werden. Die vorgegebene Jahresleistung betrug 29.000 km. Dabei konnte die eingebaute elektrische Speicherkapazität in Verbindung mit smart-grid Technologien auch Speicheraufgaben des Stromnetzes übernehmen.
Darüber hinaus waren Themen des nachhaltigen Bauens wie die komplette Recyclierbarkeit bei der Bearbeitung zu berücksichtigen.

Die ee concept GmbH beteiligte sich mit der HTWG Konstanz, Fakultät Architektur und Gestaltung, Fg Energieeffizientes Bauen am Wettbewerb.

Der Wettbewerbsbeitrag beschäftigte sich über die klassischen Themen des nachhaltigen Bauens wie Kompaktheit und solarer Energiegewinnung insbesondere mit dem Umgang als Mustergebäude bei gleichzeitiger Wohnnutzung. Durch eine differenzierte Abfolge von privaten, halböffentlichen und öffentlichen Räumen gelang es, gleichzeitig die Funktionen des Musterprojektes zu stärken und die private Wohnqualität zu erhalten. Durch die Elemente Hof, Terrasse, Balkon, Erschließungszone mit Lufträumen, Gemeinschaftsräume und schaltbare Räume konnte jederzeit nutzungsflexibel auf Anforderungen reagiert werden. Die raumdefinierenden, funktionell vielfältig einsetzbaren schieb-, klapp-, und öffenbaren Elemente unterstützen diese räumliche Flexibilität.

Eine Gebäudehülle im Passivhausstandard (UAußenwand ≤ 0,12 W/m²K, UDach≤ 0,13 W/m²K, UBodenplatte ≤ 0,13 W/m²K, UwFenster ≤ 0,9 W/m², UwWintergarten ≤ 1,3 W/m²) stellt die Grundlage zur Reduktion des Energiebedarfes dar. Der Wintergarten mit 2-fach Verglasung auf der Süd- und Westseite schafft eine zusätzliche „Pufferzone“ im Winter. Der verbleibende Bedarf an Energie wird über eine Außenluft-Wärmepumpe als Kompaktgerät gedeckt, die die Funktionen Heizen, Wassererwärmen und Lüften in einem Gerät vereint. Die Wärmepumpe saugt im Winter die Luft über den vorwärmenden Wintergarten an.

Ein guter sommerlicher Wärmeschutz wird durch den Einsatz von Speichermassen (frei liegende Brettstapeldecken, Zellulosedämmung, Lehmputz im Inneren) im Gebäude erreicht. Die außen liegenden Holzlamellen verschatten die Fassaden und bilden den Sonnenschutz.

In das Gebäudeenergiekonzept wurden zwei E-PKWs und ein E-Roller  einbezogen. Die Versorgung des Gebäudes und der Fahrzeuge erfolgt über Solarenergie durch eine dachintegrierte Photovoltaikanlage und fassadenintegrierte Röhrenkollektoren. Bei Aufstellung einer Jahresbilanz ergibt sich durch die Dimensionierungen ein Netto-Energieüberschuss von ca. 3.500 kWh/a.

Alle im Wettbewerb eingereichten Arbeiten finden Sie hier.
Das letztendlich durch den Bund realisierte Projekt ist hier dokumentiert.

Weitere Projekte zum Effizienzhaus Plus Standard finden sie hier:
Solarhaus RE 100
Effizienzhaus Plus - P.
Effizienzhaus Plus - M.