Solar Decathlon Wettbewerbe

 

Die Geschichte der ee concept gmbh ist eng verbunden mit dem Wettbewerb Solar Decathlon. Der erstmals 1999 ausgelobte Solar Decathlon ist ein einzigartiger, internationaler Architektur-Wettbewerb für Universitäten und Hochschulen. Ziel ist es, rein durch Solarenergie betriebene Prototypen für das Wohnen der Zukunft zu entwerfen, zu realisieren und vergleichend zu betreiben. Dabei stehen jeweils 20 internationale Teams im Wettbewerb - aber natürlich auch in einem engen fachlichen Austausch.

Banner des Solar Decathlon, Photo by Jeff Kubina

Bis einschließlich zum Wettbewerbsjahr 2005 hatte es die Mehrzahl der Teams dabei nicht geschafft, im Wettbewerbszeitraum des Solar Decathlon eine Plus-Energie-Bilanz zu erzielen. Der deutsche Beitrag der TU Darmstadt aus dem Jahr 2007 kann zusammen mit anderen Gebäuden in diesem Jahr als Beleg verstanden werden, dass Plus-Energie auf breiter Front möglich ist. Und mit der durch den Solar Decathlon 2007 vorgegebenen "Königsdisziplin Architektur" konnte belegt werden, dass hohe Architekturqualität und energetische Performance sich nicht ausschließen müssen.

Das Gebäude des Team Germany im Solar Decathlon 2007, photo by Jeff Kubina

Ausgehend von dem stark durch passive Energienutzung geprägten Entwurf des Jahres 2007 versuchte der Beitrag der TU Darmstadt im Solar Decathlon 2009 den Energieumgang praxisnäher in die Architektur zu überführen. Mittel dazu waren bauteilbezogene Entwicklungen. Je ein Gebrauchsmuster für Fassade und Klimadecke zeugen von der Innovationskraft des Projekts.

Gleichzeitig definierte die Solar Decathlon "Königsdisziplin Energiebilanz" 2009 die Frage, wie leistungsfähig ein Plus-Energie-Gebäude sein kann. Mit etwa -225 kWh/m²a nach damals geltender EnEV zeigte sich, dass Plus-Energie-Gebäude nicht nur als eigenversorgende Systeme wirksam werden können, sondern auch in bestehenden urbanen Strukturen zu einer gesamtenergetischen Optimierung beitragen können.

Bild des surPlushome auf der National Mall in Washington D.C., photo by Jim Tetro, U.S. Department of Energy Solar Decathlon

Die durch die Beiträge der TU Darmstadt angestoßenen Entwicklungen wurden von allen deutschen Teams im Solar Decathlon Europe 2010 weitergeführt. So auch im Projekt home+ der HFT Stuttgart, das mit seinem Energiekonzept die Aktivierung der Gebäudehülle und die Nutzung von Energiequellen niedriger Exergie (Low-Ex) verknüpft. Dabei greift es auf einfache physikalische Grundprinzipien und traditionelle Bautypologien, wie z.B. arabischer Windtürme, zurück, optimiert diese mit der heute verfügbaren Technologie und integriert sie als gestalterisch und räumlich prägende Elemente in die Architektur.

home+ der HFT Stuttgart Photo: Richard King/ U.S. Department of Energy Solar Decathlon

Mit der Auslobung zum Wettbewerb Solar Decathlon Europe 2012 wurde erstmals die maximale Grundfläche vergrößert - hin zu weit realistischeren Grundflächen im europäischen Markt. Die damit erhöhte Systemrelevanz nutzt aktuell das Team Ecolar um den Systembau in den Vordergrund der Entwicklung zu stellen.

Der Beitrag des Team Ecolar überzeugt dabei durch die modulare, klare und vielfältige Art der gebäudeintegrierten solaraktiven Technologien und der hochwertigen modularen Umsetzung bis ins Detail. Mit dem Baukastensystem können vielfältige Raumstrukturen gebildet und so unterschiedliche Nutzungen bedient werden.

Ecolar auf dem Solar Decathlon Europe 2012 in Madird

Im Wettbewerb Solar Decathlon Europe 2014 wurden die Teams aufgefordert, verstärkt auf städtebauliche und soziale Fragestellungen einzugehen. Das Team der FH Frankfurt am Main entwickelte mit dem Konzept OnTop einen Lösungsansatz, der finanzielle und soziale Hürden bei der energetischen und altersgerechten Sanierung des Gebäudebestandes beseitigt. Der Siedlungsdruck in Ballungsräumen wird dabei als Hebel genutzt, um mit der Schaffung neuen Wohnraumes durch Aufstockungen, die finanziellen Mittel für eine sozial verträgliche Sanierung des darunterliegenden Bestandsgebäudes bereitzustellen.

OnTop auf dem Gelände in Paris; Quelle: Team OnTop/ Frankfurt University of Applied Sciences

Alle Gebäude bauen dabei auf den Erfahrungen auf dem vorherigen auf - nur möglich durch intensiven Erfahrungsaustausch. Ebenso zeigen sie eine klare Entwicklungsrichtung: vom einzelnen Plusenergiegebäude mit innovativen technischen und gestalterischen Lösungen hin zu Ansätzen, die das Gebäude als Baustein für den zukunftsfähigen Umbau unserer Städte nutzen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der allgemeinen Diskussion über das nachhaltige Bauen in Deutschland wider – nicht zuletzt angeregt durch wichtige Impulse aus den Solar Decathlon Wettbewerben.